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Elternpartizipation - Sprachentwicklung

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Ute Ritterfeld (Ansprechpartnerin)

 

Projektmitarbeiterin

Dr. Carina Lüke

 

Zielsetzung

Entwicklung bildet sich immer im so genannten transaktionalen Zusammenspiel internaler und externaler Faktoren heraus. Unter internalen Faktoren (innerhalb des Kindes liegend) werden die genetischen und andere biologischen sowie die psychischen Entwicklungsvoraussetzungen verstanden, während sich die externalen Faktoren (außerhalb des Kindes liegend) auf die Umwelt des Kindes beziehen. Hierzu gehört nicht nur das familiäre, sondern auch das weitere soziale, kulturelle und sogar das geographische Umfeld in dem ein Kind aufwächst.

Auch die Sprachentwicklung kann nur erklärt werden, wenn sowohl externale als auch internale Bedingungsfaktoren Berücksichtigung finden, wenn also die kindlichen Voraussetzungen und das Sprachangebot gleichermaßen betrachtet werden. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Faktoren entscheidet maßgeblich darüber, wie der Spracherwerbsprozess verläuft. Im optimalen Fall ist das Sprachangebot den kindlichen Voraussetzungen so angepasst, dass das Entwicklungspotenzial des Kindes maximal realisiert wird. Eine unzureichende Passung von Sprachangebot und den Fähigkeiten des Kindes, dieses zu verarbeiten, kann hingegen dazu führen, dass das Entwicklungspotenzial nicht ausgenutzt wird. Das Kind bleibt dann hinter seinen Entwicklungsmöglichkeiten zurück. Die Anpassung von Eltern oder anderen Bezugspersonen eines Kindes an das kindliche Entwicklungsniveau erfolgt intuitiv. Dieses sogenannte fine tuning führt dazu, dass sie sprachliche Strukturelemente in ihrer Kommunikation mit dem Kind betonen und wiederholen, die das Kind verarbeiten kann und andere, die das Kind überfordern würden, auslassen oder umschreiben. Die so genannte child directed speech ist gründlich untersucht worden, sodass mittlerweile ein profundes Wissen darüber vorliegt, welche Merkmale der Erwachsenensprache dem Kind einen Einstieg in den Spracherwerb ermöglichen und im weiteren Verlauf die Spracherwerbsaufgabe unterstützen. Gleichwohl weisen erste Studien darauf hin, dass der intuitive Einsatz des child directed speech gestört wird, wenn Eltern sich um die Sprachentwicklung ihres Kindes Sorgen machen und es bewusst stützen wollen. Dann machen sie dem Kind in Unkenntnis der tatsächlich wirksamen nativen Sprachlehrstrategien vermeintlich hilfreiche Angebote, die damit kontraproduktiv wirken können. Eltern benötigen also eine Beratung sowie kompetente Anleitung, in welcher Weise sie ihr Kind fördern können. Diese sogenannte Elternpartizipation stellt einen der drei Pfeiler der Interventionstrias dar.

 

Schlüsselbegriffe

Spracherwerbsprozess, Sprachangebot, fine tuning, child directed speech, native Sprachlehrstrategien, Elternpartizipation

 

Publikationen

  • Subellok, K. (2008). Beziehung und Bezüge zwischen Theorie und Praxis in Kindersprachtherapie, Elternarbeit und Ausbildung. Ein Beitrag zur Didaktik der Sprachheilpädagogik. Habilitationsschrift. Technische Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften.
  • Subellok, K. & Katz-Bernstein, N./Vinbruck, C. (2008). „Stottern und Schule“ – Sichtweisen und Erwartungen von Eltern stotternder Kinder. Die Sprachheilarbeit 53, 83-94.
  • Ritterfeld, U. (2007). Elternpartizipation. In H. Schöler & A. Welling (Hrsg.), Förderschwerpunkt Sprache. Handbuch der Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen (Bd. 3, S. 922-949). Göttingen: Hogrefe.
  • Subellok, K. & Katz-Bernstein, N. (2006). Die unterstellte Resilienz – Wie eine Negativspirale in der Kooperation mit Eltern (nicht nur) sprachauffälliger Kinder und Jugendlicher durchbrochen werden kann. L.O.G.O.S. interdisziplinär 14, 164-172.
  • Ritterfeld, U. & Rindermann, H. (2004). Mütterliche Einstellungen zur sprachtherapeutischen Behandlung ihrer Kinder. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 3, 172-182.
  • Ritterfeld, U. (2003). Beratung. In M. Grohnfeldt (Hrsg.), Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie (Bd. 4, S. 24-41). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Katz-Bernstein, N. & Subellok, K. (2002). Was brauchen Eltern sprachgestörter Kinder? Deutsche Behinderten-Zeitschrift 39, 16-17.
  • Ritterfeld, U. (2001). Wider die Ideologien. Ein Kommentar zu dem Beitrag von Ursula Pixa-Kettner: „Elternarbeit, Elternberatung, Elternbildung – Konzepte der Zusammenarbeit mit Eltern (sprach-)behinderter Kinder im Wandel“. Sprachheilarbeit, 3, 132-134.
  • Siegert, S. & Ritterfeld, U. (2000). Die Bedeutung naiver Sprachlehrstrategien in Erwachsenen-Kind-Dyaden. L.O.G.O.S interdisziplinär, 1, 37-43.
  • Ritterfeld, U. (2000). Zur Prävention bei Verdacht auf eine Spracherwerbsstörung: Argumente für eine gezielte Interaktionsschulung der Eltern. Frühförderung interdisziplinär, 2, 80-87.
  • Ritterfeld, U. (2000). Welchen und wieviel Input braucht das Kind? In H. Grimm (Hrsg.), Sprachentwicklung. Enzyklopädie der Psychologie (Bd. C3/3 S. 403-432). Göttingen: Hogrefe.
  • Ritterfeld, U. (1999). Pragmatische Elternpartizipation in der Behandlung dysphasischer Kinder. Sprache Stimme Gehör, 4, 192-197.
  • Dehnhardt, C. & Ritterfeld, U. (1998). Modelle der Elternarbeit in der sprachtherapeutischen Intervention. Sprachheilarbeit, 3, 128-136.
  • Ritterfeld, U. & Dehnhardt, C. (1998). Elternarbeit in der Sprachtherapie: Wunsch und Wirklichkeit. Kindheit und Entwicklung, 7/1, 163-172.
  • Ritterfeld, U. & Franke, U. (1994). Die Heidelberger Marschak-Interaktionsmethode (H-MIM) zur diagnostischen Beurteilung der dyadischen Interaktion mit Vorschulkindern. Stuttgart: Fischer.

 

Materialien

  • Ritterfeld, U. (2002/2005). Elternratgeber zur Sprachförderung. Eine Beilage zum Elternfragebogen von Grimm & Doil. Göttingen: Hogrefe.
  • Ritterfeld, U. (2001). Handanweisungen für Eltern von ein- bis zweijährigen Risikokindern. L.O.G.O.S interdisziplinär, 2, 109-113.


Nebeninhalt

Beratung

 

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