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Beratung

Zielsetzung

Jede spracherzieherische, -fördernde, - bildende oder -therapeutische Intervention verfolgt das Ziel einer Optimierung von Entwicklungsprozessen. Entwicklung wird dabei als ein lebenslanger Prozess der Veränderung definiert. Damit entwickeln sich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene durch ihre Rolle als Eltern oder Kinder etwa in der Rolle als Unterstützer und Ratgeber ihrer erkrankten Eltern. Die Optimierung von Entwicklung impliziert immer eine Veränderung in Richtung eines erwünschten Zieles. Die Bezeichnung eines Entwicklungsziels als erwünscht ist folglich an Werte gebunden. Die Weltgesundheitsorganisation hat hierfür Kriterien entwickelt, mit denen vor allem die Selbständigkeit des Individuums betont wird. Der Motor für eine Entwicklung liegt sowohl im Menschen selbst als auch in seinem räumlichen, sozialen und kulturellen Kontext. Das Ziel, Entwicklungsprozesse zu optimieren, beinhaltet allerdings immer den Versuch, von außen Einfluss auf einen Menschen zu nehmen. Abhängig von den Entwicklungsbedingungen und den Interventionszielen kann eine Entscheidung über die Interventionsform herbeigeführt werden. Grob sind drei Varianten hervorzuheben: Bildung, Beratung und Therapie. Während Bildung im Allgemeinen keinen klinisch auffälligen diagnostischen Status voraussetzt, impliziert Therapie immer eine Behandlungs- oder Unterstützungsbedürftigkeit. Der Interventionsform Beratung kommt eine Zwischenposition zwischen Bildung und Therapie zu. Aus diesem Grund wird in der Regel auch keine eindeutige Position bezogen, ob die Indikation für eine Beratung Behandlungsbedürftigkeit voraussetzt oder nicht. Bei Beratung handelt es sich um ein unscharfes Konstrukt, das je nach Zielsetzung und Modellannahme zwischen Rat-Geben und Hilfe zur Selbsthilfe eher direktiv oder non-direktiv, in jedem Fall jedoch mit eher kurzfristiger zeitlicher Perspektive realisiert wird.

Wir entwickeln und evaluieren Beratungskonzepte für Eltern von sprach- und kommunikationsauffälligen Kindern. Einen fachlichen Schwerpunkt bildet die Beratung von Eltern und Fachkräften im Falle von Stottern und selektivem Mutismus. In der akademischen Lehre vermitteln wir Studierenden der Rehabilitationswissenschaften und –Pädagogik Basiskompetenzen und Techniken der beratenden Gesprächsführung, Fallbesprechung und Supervision.

 

Ausgewählte Publikationen

  • Subellok, K. (2008). Beziehung und Bezüge zwischen Theorie und Praxis in Kindersprachtherapie, Elternarbeit und Ausbildung. Ein Beitrag zur Didaktik der Sprachheilpädagogik. Habilitationsschrift. Technische Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften.
  • Ritterfeld, U. (2007). Elternpartizipation. In H. Schöler & A. Welling (Hrsg.), Förderschwerpunkt Sprache. Handbuch der Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen (Bd. 3, S. 922-949). Göttingen: Hogrefe.
  • Subellok, K. & Katz-Bernstein, N. (2006). Die unterstellte Resilienz – Wie eine Negativspirale in der Kooperation mit Eltern (nicht nur) sprachauffälliger Kinder und Jugendlicher durchbrochen werden kann. L.O.G.O.S. interdisziplinär 14, 164-172.
  • Ritterfeld, U. (2003). Beratung. In M. Grohnfeldt (Hrsg.), Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie (Bd. 4, S. 24-41). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Katz-Bernstein, N. & Subellok, K. (2002). Was brauchen Eltern sprachgestörter Kinder? Deutsche Behinderten-Zeitschrift 39, 16-17.
  • Ritterfeld, U. (2001). Wider die Ideologien. Ein Kommentar zu dem Beitrag von Ursula Pixa-Kettner: „Elternarbeit, Elternberatung, Elternbildung – Konzepte der Zusammenarbeit mit Eltern (sprach-)behinderter Kinder im Wandel“. Sprachheilarbeit, 3, 132-134.