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Kindersprache

Zielsetzung

Der Spracherwerb ist eine komplexe Aufgabe. Die Spracherwerbsforschung befasst sich mit den typischen Entwicklungsschritten auf allen sprachlichen Ebenen und versucht diese den vorhandenen Erklärungsmodellen zum Erwerb der kindlichen Sprachkompetenz zuzuordnen. Sprachförderung und –therapie stellen Akzentuierungen spezifischer Intervention dar, die einem Kind helfen sollen, die Aufgabe des Spracherwerbs zu bewältigen. Die meisten Kinder brauchen hierfür keine besondere Unterstützung. Sie erwerben eine ausreichende Sprachkompetenz alleine durch ihr natürliches Umfeld und das Angebot in der Regelschule. Bei etwa sieben Prozent aller Kinder zeigt sich jedoch  eine besondere Schwäche des Sprachverarbeitungssystems bei durchschnittlicher Intelligenz. Bei ihnen besteht dann die Indikation für eine klinische Sprachtherapie, die in der Regel über das Gesundheitssystem organisiert und finanziert wird. Ein nicht näher zu beziffernder Prozentsatz aller Kinder hat allerdings einen Sprachförderbedarf, der nicht durch Informationsverarbeitungsdefizite erklärt werden kann. Hier besteht häufig eine ungünstige Kombination von Umwelteinflüssen oder eine besondere Herausforderung durch Mehrsprachigkeit. Die Verantwortung für die Sprachförderung kommt meist dem Bildungssystem zu. Vorschule und Schule sowie zusätzliche Förderangebote sollen die betroffenen Kinder unterstützen.

Interventions-Trias

Für jede Intervention schlagen wir eine Trias von Strategien vor, die einander ergänzend zum Einsatz kommen sollen: Diese Interventionstrias umfasst eine psycholinguistisch fundierte Einzel- oder Gruppenintervention; die sozio-emotionale Unterstützung, Beratung und Anleitung der Eltern (Elternpartizipation) sowie die Nutzung medialer Angebote. Medien und Medieninhalte mit vermuteten negativen Folgen sollten dabei vermieden und der Mediengebrauch, der positive Effekte zeigt, unterstützt werden.

In der obigen Abbildung der Interventionstrias bildet die horizontale Achse die Medialisierung der Intervention ab, von sozial bis medial. Die Vertikalachse repräsentiert die Spezifität der Intervention, die von unten nach oben zunimmt. Idealtypisch lässt sich damit die Sprachförderung eher im unteren Bereich des Dreiecks, die klinische Sprachtherapie hingegen eher im oberen Bereich ansiedeln.

 

Schlüsselbegriffe

Spracherwerb, Sprachförderung, Sprachtherapie, Interventions-Trias

 

Ausgewählte Publikationen

  • Lüke, C. & Ritterfeld, U. (submitted). The influence of iconic and arbitrary gestures on novel word learning in children with and without SLI.
  • Möller, D., Mülhan, C., Hess, M. & Ritterfeld, U. (2013). Diagnostic validity of the German ELFRA-2 short form within pediatric care. Zur Publikation eingereicht.