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Selektiver Mutismus bei mehrsprachigen Kindern – Eine Längsschnittstudie zum Zusammenhang von Sprache, Ängstlichkeit, Akkulturation und selektivem Mutismus

Projektmitarbeiterinnen

Dr. Anja Starke (Ansprechpartnerin)

Kathrin Hofmann, B.Sc.

 

Zusammenfassung

Studien zeigen, dass mehrsprachige Kinder beziehungsweise Kinder mit Migrationshintergrund ein etwa vierfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines selektiven Mutismus haben als Kinder ohne Migrationshintergrund. Wenn Kinder zu Beginn ihres Zweitspracherwerbs in der neu zu erlernenden Sprache schweigen, ist dies zunächst ganz typisch. Bleibt das Schweigen jedoch über eine circa sechsmonatige Phase hinaus bestehen, weist dies auf einen selektiven Mutismus hin. Warum jedoch mehrsprachige Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund häufiger dieses extreme Schweigen ausbilden, ist bislang nur wenig erforscht.

In einer Längsschnittstudie mit Kindern im Kindergartenalter untersuchen wir den Zusammenhang von sprachlichen Kompetenzen in der Mehrheitssprache, hier Deutsch, Ängstlichkeit sowie der kulturellen Anpassung der Eltern mit der Ausprägung eines selektiven Mutismus. Sprachliche Unsicherheiten und Ängstlichkeit haben sich bereits bei einsprachigen Kindern als bedeutsame Risikofaktoren für den selektiven Mutismus herausgestellt. Bei Kindern mit Migrationshintergrund kommt zusätzlich der Faktor des Lebens in zwei Kulturen hinzu. Hier spielt im Kindergartenalter vor allem der Umgang der Eltern mit diesen beiden Kulturen eine wichtige Rolle. Der Prozess der Anpassung an eine neue Kultur beziehungsweise das gleichzeitige Beibehalten oder Ablegen der Herkunftskultur wird als Akkulturation bezeichnet. Wenngleich die Forschung des Einflusses der elterlichen Akkulturation auf die Entwicklung von Kindern noch in den Anfängen steht, gibt es bereits einen Konsens darüber, dass der Akkulturationsstil der Eltern die soziale, sprachliche und emotionale Entwicklung der Kinder maßgeblich beeinflusst. Bikulturalität –das Leben sowohl in Herkunfts- als auch Umgebungskultur – wird beispielsweise als Schutzfaktor für die kindliche Entwicklung angesehen und könnte damit vor der Entwicklung des Schweigens schützen. Entsprechend andersherum könnte das Nicht-Anpassen an die Umgebungskultur als ein möglicher Risikofaktor gelten.

 

Schlüsselbegriffe

Selektiver Mutismus, Mehrsprachigkeit, Migration, Akkulturation, Ängstlichkeit

 



Nebeninhalt

Mehrsprachigkeit