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Zufriedenheit mit der schulischen Förderung im Förderschwerpunkt Sprache

Projektmitarbeiter/innen

Univ.-Prof. Dr. Ute Ritterfeld

Priv.-Doz. Dr. Katja Subellok

 

Zielsetzung

Für ca. zehn Prozent aller Kinder eines Jahrgangs besteht ein spezifischer Sprachförderbedarf zum Zeitpunkt der Einschulung. Das öffentliche Bildungssystem identifiziert den Förderbedarf und spricht eine Empfehlung für die Einschulung aus. Gleichwohl liegt die Hoheit über die Entscheidung der Schulform bei den Eltern. Auch wenn eine Empfehlung für eine Förderschule im Förderschwerpunkt Sprache ausgesprochen wurde, können sich die Eltern für den sogenannten Gemeisamen Unterricht in einer Regelschule entscheiden. Die Förderschulen in NRW bieten deshalb Beratungsgespräche an, um die Eltern darin zu unterstützen, die für jedes Kind beste Bildungsmaßnahme zu identifizieren. Gleichzeitig wird eine politische Diskussion über die optimale Schulform im Fall der Sprachförderung diskutiert, bei der neben dem Förderauftrag der gesellschaftliche Inklusionsauftrag verantwortungsvoll von den Bildungsträgern berücksichtigt werden muss.

Die Praxis der vergangenen Jahre legt den Verdacht nahe, dass viele Eltern Verunsicherung erleben, welche Schulform für ihr Kind die beste sei. Mit dem Forschungsprojekt untersuchen wir deshalb den Entscheidungsfindungsprozess von Eltern sprachauffälliger Kinder sowie deren Zufriedenheit mit der gewählten Schulform.

Im Rahmen einer Elternbefragung wurden mehr als 500 Eltern sprachauffälliger Kinder aus NRW zur schulischen Situation ihres Kindes befragt. Es wurden sowohl Eltern von Kinder im Gemeinsamen Unterricht als auch in der Förderschule berücksichtigt. Gegenstand der Befragung waren die Zufriedenheit mit dem Entscheidungsprozess, mit der aktuellen Beschulungssituation sowie die elterliche Einschätzung der Zukunftsperspektive ihres Kindes. Weiterhin wurden Schulleitungen und LehrerInnen im Gemeinsamen Unterricht und in Förderschulen zu den Rahmenbedingungen in ihrer Schule befragt.

 

Ergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass die Eltern von Kindern im Förderschwerpunkt Sprache insgesamt sehr zufrieden mit der Schule ihres Kindes sind. Im Durchschnitt erreichen die Eltern auf einer fünfstufigen Ratingskala 4,3 Punkte. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Eltern deren Kind eine Förderschule besucht und den Eltern deren Kind im Gemeinsamen Unterricht beschult wird.

Es wurden insgesamt nur wenige Unterschiede zwischen den beiden Elterngruppen festgestellt. Die Zufriedenheit der Eltern mit dem Schulentscheidungsverfahren und auch mit der aktuellen schulischen Situation ist in beiden schulischen Settings sehr hoch. Es konnte gezeigt werden, dass die Stigmatisierung der Kinder im integrativen Setting insgesamt geringer ausfällt, als bei segregativer Beschulung. Darüber hinaus glauben die Eltern der IntegrationsschülerInnen eher daran, dass ihr Kind die Sprachprobleme überwinden wird und schätzen auch dessen Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe positiver ein. Eltern sind vor allem dann unzufrieden mit der Schule und dem Entscheidungsverfahren, wenn ihrem Wunsch nach integrativer Unterrichtung ihres Kindes nicht nachgekommen wurde.

Die aktuelle Zufriedenheit der Eltern hängt vor allem davon ab, wie stark ihre eigene Beteiligung im Verlauf des AO-SF-Verfahrens war. Eine besonders hohe Zufriedenheit zeigen die Eltern dann, wenn sie sich gut über den Ablauf und die Ergebnisse des Verfahrens informiert gefühlt haben, sie den beteiligten Fachpersonen vertrauten und sie das Gefühl hatten, Einfluss auf die Entscheidung nehmen zu können. Eltern, die ihren Einfluss auf den Entscheidungsprozess eher gering einschätzen, sind mit dem AO-SF-Verfahren und auch mit der Schule ihres Kindes insgesamt unzufriedener.

Es wurden Risikofaktoren identifiziert, welche die Wahrscheinlichkeit, dass diesem Wunsch nach integrativer Unterrichtung entsprochen wird deutlich verringern (z.B. Mehrsprachigkeit des Kindes).

 

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