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Schulische Förderung

Zielsetzung

Sprachliche Beeinträchtigungen stellen oft Barrieren für schulisches Lernen dar. Die eingeschränkten Fähigkeiten produktiv und rezeptiv an alltäglichen Kommunikationen erfolgreich teilzunehmen, setzen sich in Unterrichtsgesprächen weiter fort. Hinzu kommt, dass im Unterricht eine Bildungssprache eingesetzt wird, die sich qualitativ deutlich von der Alltagssprache unterscheidet, indem z. B. Fachwörter verwendet werden, aber auch grammatische Strukturen erforderlich sind, die in der Alltagssprache kaum oder gar nicht verwendet werden. Die Schüler sollen über Sachverhalte sprechen, die in der Sprechsituation nicht anwesend sind, sich in längeren Zusammenhängen zu einem Inhalt äußern, etwas berichten, erklären, begründen, erzählen… Sprachlich altersgemäß entwickelte Kinder erwerben viele dieser Kompetenzen bereits im Vorschulalter. So können sie zum Teil schon sehr selbstständigen an Erzähldiskursen teilnehmen und eigene Erlebnisse zusammenhängend und für den Zuhörer nachvollziehbar erzählen. Kinder mit Spracherwerbsstörungen erwerben diese Fähigkeiten nicht so umstandslos, so dass sie nur unter erschwerten Bedingungen an den Unterrichtsdiskursen teilnehmen können. In unseren Forschungsprojekten zu Erzählfähigkeiten widmen wir uns den Fragestellungen, wie die Erzählfähigkeiten von Kindern mit sprachlichen Beeinträchtigungen zuverlässig und valide ermittelt werden können und von welcher Art der Förderung sie in den unterschiedlichen Klassenstufen der Primarstufe profitieren können.

Sprachliche Beeinträchtigungen stehen aber auch in Zusammenhang mit Leistungen in Unterrichtsfächern, die traditioneller Weise nicht so eng mit Sprache assoziiert sind – wie Mathematik. Im Lehrplan Mathematik des Landes Nordrhein-Westfalen sind beispielsweise das Argumentieren sowie Darstellen und Kommunizieren wichtige prozessbezogene Kompetenzen, die im Mathematikunterricht von Anfang an gefördert werden sollen. Durch Verbalisierungen eigener Vorstellungen zu mathematischen Inhalten und Problemen kann eine Verstehensoptimierung erzielt werden, weil Kinder damit ein tieferes Verständnis für mathematische Sachverhalte entwickeln können. Wenn Kinder mit sprachlichen Beeinträchtigungen nun gerade in diesen prozessbezogenen Kompetenzen ihre besonderen Schwierigkeiten haben, braucht es einen  Mathematikunterricht, der – schulformunabhängigen – spezifisch auf die sprachlichen und damit zugleich auch auf die mathematischen Förderbedarfe der Kinder ausgerichtet ist. Mit unseren Forschungsprojekten widmen wir uns genau dieser Herausforderung.