Inhaltlich ist das Forschungsprogramm der Abteilung S&K durch die Triade Gesundheit-Bildung-Technologie (GeBiTe) gekennzeichnet. Mit dieser Schwerpunktsetzung wird eine bislang kontraproduktive Dichotomisierung aufgehoben, bei der eine Beeinträchtigung von Sprach- bzw. Kommunikationsfähigkeit entweder nur dem Gesundheits- oder nur dem Bildungssystem zugeordnet wird. Gleichzeitig wird ein Schwerpunkt auf die Entwicklung und Anwendung maßgeschneiderter Technologien (assistive Verfahren, e-health, e-learning) gelegt, der von den an der TUDo etablierten Technikwissenschaften sowie angrenzenden Instituten profitiert.
Das Fachgebiet S&K verfolgt das Ziel einer qualitativen Weiterentwicklung dieser Schwerpunkte in einem disziplinär übergreifenden Feld von Sprache und Kommunikation in Anlehnung an international etablierte fachliche Konzeptionen. Damit soll der verstärkte Anschluss der deutschen Forschung und Nachwuchsförderung an internationale Standards erreicht werden. Gleichzeitig trägt das Team durch seine interdisziplinäre Zusammensetzung dazu bei, berufspolitische Distinktionen zu überwinden und stattdessen wissenschaftliche Qualitätskriterien in den Vordergrund zu stellen.
Diese zeichnen sich durch ein (1) dezidiert empirisches Wissenschaftsverständnis aus, das in einer evidenzbasierten Praxis Anwendung findet. Evidenzbasierte Praxis setzt ein fundiertes methodisches Wissen voraus, das neben Kenntnissen über Befragungsverfahren und experimentelle Forschungsdesigns auch spezifische Expertise bei kleinen Stichproben beinhalten muss.
Aufbauend auf dieser Qualifikation soll (2) empirische Forschung auf einem Niveau etabliert werden, welche relevante Veröffentlichungen in ISI-Journals verspricht. Damit schließt die deutsche Forschung nicht nur in der Rezeption, sondern auch in der Produktion von Forschungsergebnissen an den internationalen Wissensstand an.
Voraussetzung hierfür sind nicht nur methodisch rigorose Standards, sondern auch die (3) drittmittelgestützte Forschung im Labor und im Feld. Dabei leistet das Zentrum für Beratung und Therapie (ZBT) der TU Dortmund wesentliche Unterstützung. Es wird angestrebt, im Rahmen einer multilateralen Kooperation mit anderen Lehr- und Forschungsambulanzen eine standortübergreifende Datenbank einzurichten und die Daten gezielt für Therapiestudien zu nutzen.
Forschungen im Bereich Sprache und Kommunikation sind schließlich (4) eng an das Kriterium der Relevanz gebunden. Der Bezug zu rehabilitationswissenschaftlichen Fragestellungen erfordert eine Anwendungsperspektive, die sich durch die Verbindung grundlagenwissenschaftlicher und anwendungsorientierter Perspektiven auszeichnet.